6. POESIEwoche am OSZ Lotis im März 2019

Im März 2019 machen wir ein neues Experiment. Wir zeigen 9 Schüler*innen vom Oberstufenzentrum Lotis wie sie Trickfilm Musikvideo produzieren.

 

 

Thurit Kremer:

„Diesmal wollten wir uns dem Genre Musikvideo zuwenden. Die Jugendlichen haben dann schnell Vorstellungen im Kopf , dass wir ein Video machen wie bei Vimeo, Youtube & Co. Von diesen Vorstellungen haben wir uns mit ihnen im Laufe der Arbeit behutsam verabschiedet.

Wir machen Trickfilm und keinen Realfilm, das sind ganz andere Bedingungen und Voraussetzungen. Die Muttersprachen der Schüler*innen beziehen wir in diese Arbeit ein, wir fragten zu beginn nach Liedern, die sie kennen, mögen, aktuell oder die sie schon von Kindheit auf gelernt haben.

Lieder konnten initiativ Inspirationsquelle für unsere Arbeit sein, aber wichtig ist uns bei dieser Arbeit das „eigene kreative Kopfkino“ anzutriggern. Was habe ich selber für Ideen zu diesem Lied? Wie fühle ich mich, was habe ich den anderen mitzuteilen?“

Anfang März besuchen wir die Schüler*innen in der Schule. In der Woche vom 11. – 15. März 2019 beginnt die Trickfilmproduktion in unseren tollen Räumen der ZUsammenKUNFT.

Thurit Kremer:

„Abdulbasit beschäftigte sich als Grundlage mit dem Songtext der Titanic. Der wurde in Englisch aufgeschrieben und dann mühselig ins Deutsche übersetzt, aber dann teilte ich Ihm mit, dass wir noch selber etwas schreiben werden. Dass wir weder genau diesen Text, noch das Lied benutzen werden.
Das war für ihn erst mal ein Schock, aber dann begann er langsam eigene Sätze aufzuschreiben. So haben wir uns ganz nebenbei viel mit Sprache und Wörtern, mit Spracherwerb beschäftigt.

Entstanden ist ein kleines Gedicht, welches im Sprechgesang von Mohammed, dem syrischen Gesangstalent in unserer Gruppe
eingesprochen wurde. Viele Talente traten im Laufe unserer Arbeit zum Vorschein.
Adem zeigte sich gleich mit einer Lust am dichten, ihm musste man nur noch das Metaphorische, das übersetzen von
Wörtern in Bildern für unsere Trickfilm Produktion näher bringen. Die Schüler haben sich auch schnell
in kleinen Arbeitsteams zusammengefunden, und sich gegenseitig mit bestimmten Arbeitsabläufen geholfen.

Zeichnerisch ausdrucksstark waren Dilyara und Mai, ihnen fiel es nur zu Beginn schwer, die Arbeitsweise des Trickfilms
zu verstehen. Bild für Bild und Bild für Bild und diese Abläufe in einzelnen Filmsekunden und das auch noch ein bisschen planen.
Am besten versteht man diese Arbeit durch experimentieren, ausprobieren im praktischen Tun.“