Trickfilme im Ethnologischen Museum im Juni 2026

Im Juni 2026 produzieren wir mit Willkommensschüler:innen des Oberstufenzentrums der Hans Böckler Schule Trickfilme inspiriert von der Dauerausstellung Global Denken, Neues Wagen. Wir beginnen die Projektwoche damit, dass jede Schülerin und jeder Schüler ein Objekt mitbringt, was ihnen besonders wertvoll und wichtig ist, oder sie lange in ihrem Leben begleitet hat. In unserer Vorstellungsrunde erzählen wir uns gegenseitig, was diese Objekte so wichtig und besonders machen. Anschließend bekomemen wir eine Führung von der Kuratorin Andrea Scholz. Sie erzählt uns über ihre Zeit, die sie in Südamerika verbracht hat und über die verschiedenen rituellen Objekte und ihre Entscheidung diese Ausstellung wie ein traditionelles Rundhaus anzuordnen. Anschließend zeichnen die Schüler:innen Ausstellungsobjekte, die sie besonders faszinieren. Die Schüler:innen finden sich in drei Filmteams zusammen und entwickeln Ideen für Geschichten und zeichnen weitere Scherenschnitte für die Filme. In den folgenden Tagen animieren die Teams ihre Geschichten und finden die beschreibenden Zwischentexte. Am dritten Tag beginnen wir mit der Vertonung der Filme. Die Woche wird begleitet von dem Ethnologen Harry und den Kunstvermmittlerinnen Petra Kübert und Karolina. Am Freitag findet die erste interne Premiere statt. Am 6. Juli zeigen wir die Filme in der Aula der Schule.

Viel Spaß beim Anschauen:

Die Hüterin des Waldes

Ein Film von Emir, Oleh und Sumaiye.

Das Erbe von Wayra

Ein Film von Emin, Laurentiu und Tetiana

Die Geschichte vom Schabono

Ein Film von Abrar, Alice und Veronika

Hier die Feedbacks vom Filmteam "Die Hüterin des Waldes"

Sumaiye:

Ich habe in der Ausstellung über die Ye’kwana neue Kulturen und neue Geschichte gelernt. Es war sehr spannend, so viel über eine mir bisher unbekannte Kultur zu erfahren. Besonders berührt hat mich der bunte Wayana der Ye’kwana. Er ist aus Weiß, Rot und Gelb gefertigt und hat eine große Bedeutung für ihre Rituale. Ich habe eine Kette als mein persönliches Objekt mitgebracht. Meine Mutter schenkte sie mir vor einem Jahr, und sie gibt mir Geborgenheit. Ich trage sie fast jeden Tag, und sie erinnert mich immer an sie. Mein Gegenstand hat mir Zuversicht und Ermutigung gegeben, damit ich mehr Sicherheit habe. Auch in stressigen Momenten hilft sie mir, ruhig zu bleiben. Aus der Projektwoche habe ich ein Gefühl mitgenommen: Auf der Welt gibt es viele verschiedene Dinge und Kulturen. Für meine Zukunft wünsche ich mir, noch mehr neue Dinge kennenzulernen.

Oleh:

Meine Erfahrungen während der Projektwoche im Humboldt Forum Ich habe viele verschiedene und ungewöhnliche Dinge gesehen. Zum Beispiel Hocker, Masken und verschiedene Kostüme der Schamanen. Ich kann sagen, dass ich dadurch viel über die Ye’kwana gelernt habe. Besonders beeindruckt hat mich ein Hocker aus der Ausstellung, der sowohl wie eine Figur aus Stein als auch wie ein Jaguar aussieht. Die Dorfbewohner hatten große Angst vor dem Jaguar, trotzdem ehrten sie ihn. Ich habe ein persönliches Objekt, einen Ring mit Kreuzen, zur Führung mitgebracht. Dieser Ring ist für mich sehr wertvoll, weil er nur aus Metall besteht und die Kreuze besonders ausgeschnitten sind. Er hat keine direkte Verbindung zu den Ye’kwana, aber er inspiriert mich zu neuen Ideen und schützt mich vor Bösem. Den Ring habe ich von meinem Vater bekommen, als ich ungefähr 12 Jahre alt war. Dieser Gegenstand hat meine Arbeit im Trickfilmprojekt beeinflusst. Ich würde eher sagen, dass wir uns mit religiösen Themen beschäftigt haben, wodurch ich auf die Idee gekommen bin, eine Figur zu zeichnen, die wie ein Vogelgott mit zwei Köpfen aussieht. Die Projektwoche hat mir geholfen zu verstehen, wie man Trickfilme erstellt, und es war wunderbar, neue Erfahrungen zu sammeln. Ich bin überzeugt, dass wir ohne die Menschen, die interessante Dinge aus verschiedenen Ländern gesammelt haben, diese Vielfalt nicht erleben könnten. Es ist faszinierend zu sehen, wie unterschiedlich die Kulturen auf unserer Erde sind. Ich bin sehr dankbar für diese schönen und neuen Erfahrungen.

Eren:

Ich habe über die Ye’Kwana gelernt, dass man auch ohne Internet leben kann und dass sie an verschiedene Götter glauben. Am meisten hat mich besonders mein Gegenstand berührt, weil ich ihn von meiner Oma bekommen habe, die leider gestorben ist. Ich habe eine Spange von meiner Oma mitgebracht. Als ich in der Türkei war, hatte sie sie mir gegeben, und ich denke, dass sie mir Glück bringt. Ja, die Spange sieht wie ein Stern aus, deswegen habe ich in meinem Trickfilm die Sterne benutzt. Es gibt viele verschiedene Kulturen und Lebensweisen. Ich denke, wenn man andere Lebensweisen kennenlernt, fühlt man sich irgendwie ein bisschen anders. Ich nehme aus der Projektwoche für mich mit, dass man auch ohne Internet leben kann.

Hier die Feedbacks vom Filmteam "Das Erbe von Wayra"

Laurentiu:

Eine unvergessliche Projektwoche In Ye’kwana haben die Menschen einen völlig anderen Glauben und andere Traditionen als wir in Europa. Sie essen kein Fleisch, sondern nur Gemüse, Obst und Fisch. Ihr Respekt vor den Göttern ist sehr stark. Am meisten berührte mich der Jaguarhocker, weil er ein Gegenstand der Schamanen ist, und die Schamanen faszinieren mich sehr. Zur Führung habe ich eine Silberkette mit Jesus Christus mitgebracht. Dieses Objekt trage ich jeden Tag, und es bedeutet mir viel, weil es mir meine Mutter und mein Vater geschenkt haben. Persönlich hat mich mein Gegenstand jedoch kaum beeinflusst, da das Ye’kwana-Volk eine andere Kultur und einen anderen Glauben hat. Nach dieser Projektwoche würde ich gern eine Reise ins Ye’kwana-Gebiet unternehmen, weil mich ihre Kultur besonders interessiert und ich gern mehr darüber lernen möchte.

Tetiana:

Letzte Woche war ich mit meiner Klasse im Humboldt Forum zur Projektwoche. Dort haben wir eine Ausstellung über die Ye’kwana besucht. In der Ausstellung haben wir viele neue Dinge gelernt, zum Beispiel, wo die Ye’kwana leben und welche Traditionen sie haben. Besonders berührt hat mich ein Kopfschmuck aus der Ausstellung. Er war sehr schön, aber auch ein bisschen ungewöhnlich. Unsere Lehrerin hat uns gesagt, dass wir unsere Glücksbringer mitbringen sollen. Ich habe mein Armband mitgenommen. Das Armband hat mir meine Oma geschenkt. Die Charms daran wurden mir ebenfalls geschenkt. Jeder Charm hat eine besondere Bedeutung, deshalb sind sie für mich sehr wichtig. Mein Gegenstand hat unseren Trickfilm nicht beeinflusst. Wir haben etwas aus der Ausstellung gemalt, das uns am meisten interessiert hat, und das haben wir dann in unserem Trickfilm verwendet. Es war eine schöne Woche, in der wir viel Neues gelernt haben. Aus der Projektwoche habe ich außerdem eine wichtige Fähigkeit mitgenommen: Teamfähigkeit. Ich bedanke mich bei allen für diese unvergessliche Woche und die vielen neuen Erfahrungen.

Emin:

"Ich möchte euch erzählen, was wir in unserer Projektwoche gemacht haben. Unsere Projektwoche fand im Humboldt Forum statt. Dort haben wir viele neue Dinge gelernt und viel Spaß gehabt. Ich habe viel Neues gelernt, zum Beispiel, wie man Trickfilme macht. Außerdem habe ich etwas über das Dorf der Ye’kwana erfahren, und das möchte ich euch kurz erzählen. Die Ye’kwana leben im Amazonas. Dort sind alle Menschen gleich, halten immer zusammen, helfen einander und schützen die Tiere. Sie haben eine besondere Kultur. Am meisten hat mich die Ye’kwana-Maske berührt, weil ich diese Tradition sehr schön finde. Als Glücksbringer habe ich mein Armband mitgebracht, weil es mir sehr wichtig ist. Immer wenn ich es trage, habe ich Glück, und deshalb habe ich es immer dabei. Mein Armband ist rot und sehr bequem. Im Humboldt Forum haben wir insgesamt drei Trickfilme gemacht, und ich finde sie sehr toll. Mir hat diese Woche sehr gut gefallen, und ich würde das gerne noch einmal machen – es hat mir wirklich viel Spaß gemacht. In der Zukunft möchte ich irgendwann selbst einen Trickfilm machen. Ich bin sehr dankbar, dass Julia, die Regisseurin von Trickmisch, und die MitarbeiterInnen des Humboldt Forums, Karolina, Harry und Petra, die uns geholfen haben.

Feedback vom Filmteam "Die Geschichte von Schabono"

Alice:

In der Ausstellung habe ich viel über die Ye’kwana gelernt. Die Einheimischen haben in einem großen Haus gewohnt, das „ëttë“ heißt. In diesem Haus lebten ungefähr 100 Personen. In der Ausstellung gab es auch viele Gegenstände, die die Einheimischen benutzt haben, zum Beispiel Hängematten, Werkzeuge zur Herstellung von Tabak und verschiedene Masken. Es ist traurig, dass die Dinge, die für sie wichtig sind, von Ausländern weggenommen wurden. Ich habe keinen Gegenstand oder Glücksbringer aus der Ausstellung gefunden, der mich besonders berührt hat. Zur Führung habe ich ein Kissen mitgebracht, weil es für mich wichtig ist. Ich habe es als Geschenk von meinen Eltern bekommen, als ich geboren wurde. Das Kissen war früher lang, aber jetzt ist es klein geworden. Es ist weich, blau und gelb. Das Mitbringen meines Gegenstands hat meine Arbeit nicht beeinflusst, weil im Film die Traditionen im Fokus stehen. Aus der Projektwoche nehme ich mit, dass ich an meinen Teamfähigkeiten arbeiten muss. Mein Team und ich sollten außerdem ein Storyboard machen, bevor wir mit den Animationen beginnen, damit wir wissen, was wir tun.

Abrar:

Ich habe gelernt, dass die Ye'kwana ein Volk in Brasilien sind, das seine eigene Sprache, Traditionen und Glaubenswelt hat. Ich habe mein dunkelrosa Tagebuch mitgebracht, das ich als Geschenk von meiner Cousine bekommen habe. Es bringt überhaupt kein Glück, aber es ist mir wichtig und persönlich, weil ich, als ich neun Jahre alt war, jedes Gefühl, das ich hatte, darin aufgeschrieben habe. Das Tagebuch hat die Geschichte nicht beeinflusst, weil es weder etwas mit Tradition noch mit Religion zu tun hat. Die Ausstellung lässt mich an Respektlosigkeit denken – als ob diese heiligen und alten Kulturen ein witziges, dummes Puppentheater wären. Trotzdem war ich erstaunt über die alten Forschungsergebnisse, die die Spezialisten gesammelt haben.

Veronika:

Meine Erfahrungen während der Projektwoche Während der Projektwoche im Humboldt Forum habe ich viel gelernt. Jetzt weiß ich, dass es viele andere Menschen gibt, die ganz andere Kulturen und Geschichten haben. Ich kann wirklich sagen, dass mich das sehr berührt hat. Aus der Ausstellung haben mir die Kostüme, in denen die Menschen ihre Rituale vollziehen,am besten gefallen, weil es für mich etwas völlig Neues und Schönes ist, das ich noch nie zuvor gesehen habe. Zur Führung habe ich einen goldenen Ring mitgebracht, der für mich sehr wichtig ist. Meine Mutter hat mir diesen Ring zum Geburtstag geschenkt. Ich trage ihn immer, weil er für mich eine viel größere Bedeutung hat, als alle anderen Gegenstände oder Geschenke. Natürlich hat das Mitbringen dieses Gegenstands auch meine Arbeit am Trickfilm beeinflusst. Als ich alle diese Objektein der Ausstellung sah, habe ich mir viele Gedanken darüber gemacht: Was würde ich führen, wenn jemand kommt und meinen Lieblingsgegenstand einfach mitnehmen würde, um ihn in einem Museum auszustellen? Ich kann mir das ehrlich gesagt nicht vorstellen. Diese Erfahrung hat mich zum Nachdenken gebracht. Die Ausstellung hat mir bewusst gemacht, dass viele Kulturen in der Vergangenheit beraubt wurden. Aus diese Woche nehme ich das Gefühl mit, wie wichtig es ist, fremde Kulturen zu respektieren. Diese Frage nach dem Respekt vor fremden Kulturen wird mich sicher noch lange beschäftigen.